Hochzeits-Ritual: "In guten wie in schlechten Tagen "

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Ablauf
Ein Partner sitzt auf einem Sessel, daneben steht ein Mistkübel und eine mit Wasser gefüllte Wanne (ein größeres Lavoir). Die Gäste stehen in einem Kreis um die beiden. Die Gäste haben Zettel erhalten (A4-Papier, kein Karton) und Stifte. Auf die Zettel haben die Gäste alle möglichen Gründe für schlechte und für gute Tage aufgeschrieben (Krankheit, Armut, schlechtes Wetter, Beinbruch, etc. für schlechte Tage. Wohlstand, Gesundheit, Bewunderung, Liebe, etc. für gute Tage). Sie können auch noch nach Beginn des Rituals Dinge aufschreiben, die ihnen einfallen.
Die Gäste gehen in loser Reihenfolge, aber jeweils einzeln auf die stehende Person zu, diese nimmt den Zettel und sagt zum sitzenden Partner etwas wie: „Schatzi, da kommt die Armut! Ich werf sie in den Mistkübel“, zerknüllt sie und wirft sie weg.
Bei Dingen, die positiv, aber anstrengend sind (z. B. „Drillinge“) kann sie sagen: „Liebling, da kommen Drillinge! Machst Du bitte ein Schiffchen draus, das schön schwimmen kann.“ Das Schiffchen kommt in die Wanne.
Bei richtig positiven Dingen (z. B. „Reichtum“) sagt sie etwas wie: „Liebster, da kommt der Reichtum! Machen wir einen Flieger daraus!“ Die Flieger werden erst gesammelt und als Abschluss des Rituals fliegen gelassen.
Jeweils nach 5 Zetteln wechseln die beiden einander ab. Beim Falten der Zettel helfen die TrauzeugInnen tatkräftig mit.
Zum Fliegerfliegen-Lassen am Ende des Rituals sollen alle mitmachen und etwa rufen: „Ich hab den Reichtum gefangen. Wer will auch etwas vom Reichtum haben?“ Andere können sich um die Wanne versammeln und diskutieren, ob das Thema Drillinge nicht ein Flieger gewesen wäre, weil es doch etwas vollständig Positives sei usw.
Die Zettel nicht mit nach Hause nehmen. Am besten die Kinder mit den Schiffchen und den Fliegern spielen lassen, sie dürfen sie sich auch behalten.

Hintergrund
Bei diesem Ritual geht es darum, dass Mann und Frau gemeinsam alles erreichen und alles meistern können.
Es geht darum, dass die beiden rituell Sachen wegwerfen, die sie nicht haben wollen und rituell Dinge behalten, die sie wollen.
Es gibt im Leben anstrengende Dinge, die jedoch auf lange Sicht glücklich machen, die muss man sich leicht machen (zu einem Schiffchen, das vom Wasser getragen wird). Dinge, die vollständig positiv sind, soll man annehmen, aber nicht festhalten – es ist besser, sie mit anderen zu teilen (einen Flieger fliegen zu lassen).
Dieses Ritual soll Spaß machen und eine kindliche Seite ansprechen. Kinder machen sicher gerne mit.