Hochzeits-Ritual: "Ich kann Dich riechen!"

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Ablauf
Abwechselnd werden erst der Frau und dann dem Mann die Augen verbunden (bzw. dem einen und dann dem anderen Partner).
Die Gäste bilden einen großen Kreis, im Zentrum sind kreisförmig Sessel aufgestellt (mindestens 4),
auf denen der Partner der Frau und weitere Männer Platz nehmen, mit dem Gesicht nach außen,
Rücken einander zugekehrt.
Nun wird die Frau mit verbundenen Augen von einer Freundin zu jedem Mann geführt und riecht an Hals und Ohren, sie kann auch Wünsche äußern, z. B. an den Händen riechen zu dürfen.
Sie darf jedoch niemanden berühren, nur ihre Freundin.
Die Männer auf den Sesseln müssen währenddessen schweigen – auch wenn es schwerfällt.
Nachdem sie die ganze Runde beschnuppert hat, macht sie eine 2. Runde zur genaueren Auswahl und findet ihren Partner heraus.
Natürlich leistet die begleitende Freundin nonverbal Hilfestellung
(drückt sie ein wenig fester am Arm, wenn sie beim richtigen ist).
Die beiden Verliebten drücken und begrüßen sich, trinken miteinander ein Glas Wasser,
die Situation wird besprochen, auch von allen Anwesenden, dann werden dem Mann die Augen verbunden,
und ein Freund begleitet ihn zu dem Sesselkreis, auf dem nun die Partnerin und andere Frauen sitzen. Weiter wie gehabt.

Hintergrund
Bei diesem Ritual spielt der Umstand des "Riechen-Könnens" eine bedeutende Rolle.
Jemanden "riechen zu können" ist im Deutschen als Umschreibung für "jemanden zu mögen" verbreitet.
Riechempfindungen sind oft stark mit Emotionen verbunden, sie entstehen in eher unspezifischen, evolutionsgeschichtlich alten Hirnzentren.
Riechempfindungen lassen sich meist schwer mit Worten beschreiben und wecken schnell Erinnerungen und Bilder.
Da es im olfaktorischen Cortex keine Abbildung der einzelnen Düfte gibt, werden diese räumlich im visuellen System verankert, indem sie dort bildhaft gemacht werden.
Menschen sind in der Lage, 10.000 Gerüche zu unterscheiden.
Der Geruchssinn ist bereits bei der Geburt vollständig ausgereift.